Riviera-Ensemble in Grünau akut bedroht

In Grünau kann aktuell besichtigt werden, was die vor Ort Verantwortlichen unter Denkmalrettung verstehen. Wie von KulturerbeNetz-Mitglied AG Ortsgestaltung Grünau bei der Vorstellung des Entwurfes bereits kritisiert , kann aber von einer „Denkmalrettung“ hier überhaupt nicht die Rede sein – im Gegenteil: Von dem denkmalgeschützten historischen Ensemble bleibt einzig der Saal Riviera in Rudimenten erhalten. Aber auch hier steht nichts mehr bis auf die Außenwände. Die Decke samt Stuck, alle Fenster, der Fußboden und auch der Putz der Außenwände wurden entfernt und sollen nun neu hergestellt werden. Ringsum sind große Neubauten vorgesehen, die das ehemals den Ort als weithin sichtbares Wahrzeichen bestimmende Denkmal völlig verdecken und erdrücken würden.

Das Gesellschaftshaus ist nur noch rudimentär vorhanden. Der völlig intakte Saal wurde komplett zerstört, hier wurden Dach und Stuckdecke beseitigt, alle Fenster entfernt, neue Fensteröffnungen eingebaut, die Veranda entfernt sowie zusätzliche Decken zur Nutzung zu Wohnzwecken eingezogen. Die wenigen verbleibenden Reste (vgl. auch Meldung vom 14.8.2020) sollen nun offenbar der geplanten neuen Nutzung untergeordnet werden. Dafür soll auch – wie in den Renderings des Invesotors zu sehen – die historische Veranda durch eine neu gebaute Variante mit ein paar historischen Zitaten ersetzt werden. Die gesamte angeblich „erhaltene“ Kubatur des Bauwerks soll durch einen ahistorischen Dachaufsatz ergänzt werden. Außerem sehen die Pläne des Investors vor, ringsum in allen Etagen Balkone anzubauen. Der angeblich öffentliche (und sich auch auf öffentlichem Land befindende) Uferweg soll so angelegt werden, dass er hauptsächlich den Bewohner/innen der Seniorenresidenz dienen würde und zudem auch abgeschlossen werden könnte. Wie kann es sein, dass ein seit 1975 unter Denkmalschutz stehendes Ensemble derart unter die Räder kommt?

Die Visualisierungen der Investors sind hier zu sehen:
https://riviera.berlin/architektur/

Weitere Infos und Ansprechpartner/innen finden Journalist/innen und Interessierte unter:
http://www.riviera-retten.de/stand-18-02-2020-was-30-jahr-verfall-nicht-geschafft-haben-schafft-die-terragon-und-die-bauverwaltung-muehelos/

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