7. November 2026:
Podium und Podcast auf der Leipziger Fachmesse „denkmal“
Auch in diesem Jahr ist die Anti-Abriss-Allianz auf der Leipziger Fachmesse „denkmal“ vertreten. Wir werden in unserer Online-Talkreihe von der Messe berichten. Und wer uns ganz analog treffen möchte, kommt am 7. November um 13.30 Uhr ins denkmal-Forum (Halle 2, F51). Hier sprechen wir über die jüngste Moderne:
Junge Liebe – der neue Blick auf die Post- und Nachwendemoderne
Gefühlt wird die Architektur der 1980er bis 2000er Jahre gerade erst erwachsen, schon diskutieren wir über ihre historische Bedeutung, behutsame Sanierung und Denkmalschutz. Bei der Podiumsdiskussion der Anti-Abriss-Allianz auf dem denkmal-Forum sprechen Vertreterinnen aus Fachjournalismus, Vermittlung und Inventarisation über das Besondere an der Post- und Nachwendemoderne. Gelten für diese jungen Bauten andere Regeln? Und müssen wir hier schneller Werte und Erhaltungsstrategien herausarbeiten, weil auch immer schneller abgerissen wird?
Es diskutieren Prof. Dr. Karin Berkemann (moderneREGIONAL), Prof. Dr. Astrid Hansen (Universität Hamburg), Dr. Lorena Pethig (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Bremen) und Dipl.-Ing. Tina Kresse (TU Dresden) unter der Moderation von Corinna Tell (Anti-Abriss-Allianz).
Die Veranstaltung findet am 7. November 2026 von 13.30 bis 14.00 Uhr im Rahmen der „denkmal“ auf der Leipziger Messe statt (denkmal-Forum, Halle 2, F51, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig).
Link zur Medieninformation mit Pressebildern: https://www.dropbox.com/scl/fo/6c7usvce7lctdvaaz4oty/AEBKmV4kPk_1F_Lk870LOH8?rlkey=g1xrw3tki74h2s7t86e61s2fw&st=bbvmkklp&dl=0
10. September 2026: Gemeinsamer Protest vor Bauministerkonferenz
Abreißen ist teuer, denn es hat weitreichende Folgen für Baukultur, Klima und Gesellschaft. Nur werden viele dieser Konsequenzen nicht transparent gemacht und ihren Verantwortlichen in Rechnung gestellt. 12.000 Gebäude werden in Deutschland jährlich abgerissen, so die amtlichen Zahlen – inoffiziell dürften es mehr sein. Dabei bieten Erhalt und Umbau gute Möglichkeiten, mit dem Bestand kreativ umzugehen. So lassen sich Ressourcen schonen, gewachsene Gemeinschaften schützen und kulturelles Erbe bewahren. Warum also die Logik nicht umdrehen: Nicht der Erhalt, sondern der Abriss muss begründet werden.
Dieser Genehmigungsvorbehalt für Abrisse wird von Fachleuten und Initiativen bereits seit Jahren gefordert. Doch gerade die, die darüber politisch (mit) entscheiden können, haben diesen Punkt heute nicht auf der Tagesordnung: In Berlin tagt aktuell die Bauministerkonferenz. Aus diesem Anlass protestierten am 10. September 2026 die Anti-Abriss-Allianz, die Deutsche Umwelthilfe und Architects for Future gemeinsam vor dem Tagungsort. Konkret fordern sie eben jenen Genehmigungsvorbehalt für Gebäudeabrisse: Vor einem Abriss müsse künftig geprüft werden, ob Erhalt, Sanierung oder Umbau über den gesamten Lebenszyklus nicht doch vorteilhafter sind als der Neubau.
Presseresonanz
7./8. November 2025: Tagung „Parameter des Bestands“
Zwei Tage ging es in der Kunsthalle Dessau unter dem Titel “Parameter des Bestands” um die Werte, die wir Bauten zuweisen – oder eben nicht. Denn neben den rund drei Prozent Denkmalen bundesweit ist es vor allem die große Gruppe der guten (aber nicht atemberaubenden), ihren Dienst tuenden (aber eben nicht überwältigenden) Alltagsarchitekturen, die im Umgang künftig den Unterschied machen werden. Unter der Leitung von Corinna Tell (Anti-Abriss-Allianz), Prof. Dr. Alexander Stumm (TH Lübeck) und Prof. Dr. habil. Karin Berkemann (Hochschule Anhalt) kamen daher am 7. und 8. November 2025 Studierende, Expert/-innen und Dessauer/-innen zusammen, um über Argumente und Werte zu diskutieren. Es wurde in Input und Diskussion, in Tischgesprächen und im Themenclustern, im kreativen Auswerten und Vortragen lebhaft hin und her geschoben und gewendet, was künftig im Gespräch mit Bauherr/-innen und Investor/-innen die Werte und Akteur/-innen, eben die “Parameter des Bestands” sein könnten.
Am Ende stand eine Abstimmung mit den Füßen in Dessau, vor der Tür der Kunsthalle (vor der ostmodernen “Scheibe Nord ”und der Nachwende-Mall “Rathaus Center”), ein Anti-Abriss-Twistern zum Erfahrbarmachen von Argumentationswegen und nicht zuletzt eine Zusammenstellung möglicher Wertehierarchien: soziale, ökologische, baukulturelle und ökonomische Aspekte. Nicht zu vergessen Kategorien wie der Transformations-, Alters- und Neuheitswert, die nun weitergetragen und verfeinert werden sollen, um im Umgang mit Denkmalen und nicht denkmalgeschützten Bauten neue Perspektiven zu schaffen.
Mit von der Partie waren bei der Tagung referierend, begleitend und kommentierend auf der Expert:innenseite Andreas Barz (Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft, Studentendorf Schlachtensee eG, Deutscher Werkbund Berlin), Leon Beck (Architects for Future), Immanuel Duc Viet Bergmann (Hochschule Anhalt), Oliver Elser (Deutsches Architekturmuseum), Prof. Nadja Häupl (Hochschule Anhalt), Rainald Manthe (Soziologe und Autor), Anna Maria Mayerhofer (Technische Universität München), Theresa Keilhacker (Aktiv für Architektur, Bündnis Klimastadt 2030), Prof. Architektin Mikala Holme Samsøe, Sofie Schnitger (Untere Denkmalschutzbehörde Berlin-Mitte) sowie Jan Schultheiß und Felix Zohlen (Initiative Haus Marlene Poelzig). Gefördert wurde die Veranstaltung vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.



