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Vorträge zum Neuen Bauen

6. März | 17:00 28. März | 17:00

Aus Anlass des 100-jährigen Grundsteinlegung in der Britzer Hufeisensiedlung im Jahre 1925 sowie dem Erstbezügen ab 1926 werden am 6. und 12. 2026 März zwei Ausstellungen gezeigt, die von dem (auch fürs KulturerbeNetz tätigen und vor Ort wohnenden) Gestalter Ben Buschfeld erstellt wurden. Beide Ausstellungseröffnungen werden von einem ins Thema einführenden Vortrag begleitet. Die am 6.3.2026 eröffnende Ausstellung ist Teil einer publikumsoffenen größeren Veranstaltungsreihe der VHS Neukölln, zu der mehrere Vorträge und Führungen angeboten werden. Unter anderem ein Vortrags- und Diskussionsabend im Schloss Britz, wo es um die Abkehr von tradierten Wohn- und Einrichtungsformen zu Beginn des 20. Jahrhunderts geht …


6.3. in der VHS Neukölln: Vernissage / Vortrag

Wanderausstellung zum Welterbe „Siedlungen der Berliner Moderne“,
Vortrag und Auftakt Veranstaltungsreihe 100 Jahre Hufeisensiedlung –
Ort: VHS, Kurt-Löwenstein-Haus, Karlsgartenstr. 6, 10249 Berlin-Neukölln

2008 wurden sechs Berliner Siedlungen in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Sie entstanden als Antwort auf die zu Beginn des 20. Jh. in vielen Städten Europas herrschende krasse Wohnungsnot. Die in Berlin gefundenen Antworten überzeugten in besonderem Maße: Dank des Zusammenschlusses zu Groß-Berlin 1920, konnte man auf viel neues Bauland zugreifen, das oft knapp jenseits des S-Bahnrings lagen – der heutigen Tarifzone B. Hier wurden neue Konzepte des aufgelockerten Städtebaus und der politischen Umsetzung erbrobt.
Der in einer der Siedlungen wohnende Denkmal-Experte Ben Buschfeld erläutert die Besonderheiten, Bedeutung und individuellen Qualitäten der Berliner Welterbe-Siedlungen. Hiermit erläutert er gleichzeitig die von ihm erstellte Wanderausstellung zum Thema, die zuletzt mehrfach thematisch erweitert wurde, zuletzt um die 2023 zur Ergänzung des Listeneintrags vorgeschlagene Waldsiedlung Zehlendorf. Das Event ist Auftakt für eine mehrmonatige Veranstaltungsreihe der VHS Neukölln.

UNESCO-Welterbe „Siedlngen der Berliner Moderne“, © Fotos: Ben Buschfeld

12.3./18:30 Uhr, Werkbund Berlin: Vernissage / Vortrag

Sonderausstellung „Die Mietermagazine von EINFA und GEHAG
von 1930 bis 1939 – Von Gestaltungsvorschlägen zur NS-Propaganda“
Ort: Werkbund Berlin e.V., Goethestrße 13, 10623 Berlin-Charlottenburg

„Die Mietermagazine von EINFA und GEHAG 1930–1939 – Von Gestaltungsvorschlägen zur NS-Propaganda“: Die Ausstellung widmet sich den von 1930–1939 monatlich herausgegebenen „Nachrichtenblättern“ der EINFA. Diese war für die Verwaltung der Bestände und Projekte der Wohnungsbaugesellschaft GEHAG zuständig. In den Mietermagazinen spiegeln sich die Umbrüche in der Politik des aus dem linken gewerkschaftsnahen Spektrum heraus entstandenen Unternehmens. Bis Mitte 1933 dreht es sich in den Magazinen um Haus und Garten, modern-zweckgemäße Einrichtung und gesundes Wohnen. Nach der Gleichschaltung der GEHAG änderte sich umgehend das Layout, ziemlich bald aber auch die Inhalte, so dass immer mehr NS-Propaganda Raum fand. 

Cover der Mietermagazine, Ausgaben von 1930 und 1936; Quelle: Archiv Tautes Heim

28.3./15 Uhr in Schloss Britz: Podium

Bildvortrag, Kuratorenführung und Podiumsgespräch
„Altes Wohnen? Neues Wohnen!“ –
Ort: Schloss Britz, Alt-Britz 73, 12359 Berlin-Neukölln

Mit den rasanten Umbrüchen in Kunst, Kultur und Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert, stellte sich auch die Frage des zeitgemäßen Wohnens neu. In Berlin sowie auch in anderen Zentren des Neuen Bauens nicht nur neue Quartiere, sondern auch andere Leitbilder für Möblierung und Innenraumgestaltung. Ging es im späten 19. Jahrhundert vielfach darum, den sozialen Status zu dokumentieren – oder zu frisieren –, indem man mit verzierten Fassaden und Mobiliar, Kitsch und Nippes den Wohnstil der höheren Schichten imitierte, machten sich die progressiven Planer nun daran, unter dem Motto “Licht, Luft und Sonne” gleich auch die guten Stuben der Weimarer Republik auszulüften, ihnen den Muff und die Rollenbilder der Kaiserzeit auszutreiben und eine zweckmäßig-funktionale Gestaltung auch im Innenraum voranzutreiben. 1907 gründete sich der Deutsche Werkbund, der rasch zu einem wichtigen Impulsgeber moderner Gestaltung werden sollte.

In einer Kombination aus Bildvortrag, Lesung, Kuratorenführung und Podiumsgespräch in den Räumen von Schloss Britz, führen uns die beiden Experten Christian Mayrock und Ben Buschfeld in die Thematik ein und zeigen anhand einzelner Möbel und Einrichtungstrends anhand der Einrichtung vor Ort im Schloss – sowie per Bildvortrag aus dem unweit gelegenen Projekt TAUTES HEIM – , wie sich der Paradigmenwandel der Inneneinrichtung vollzog.

Die „Frankfurter Küche“(links) und die GEHAG-Musterküche, beide 1926
Impressionen aus dem mietbaren Museum des KulturerbeNetz-Mitglieds tautes-heim.de


Christian Mayrock ist freier Künstler, Kurator, Ausstellungs- und Museumsführer. Er arbeitet sowohl für die Kuturstiftung Schloss Britz und ihre Räume als auch für das Werkbund-Archiv – Museum der Dinge.

Ben Buschfeld ist Designer, Kurator und Projekt-Autor. Er hat mehrfach zu den Siedlungen der Berliner Moderne publiziert, ist gemeinsam mit seiner Frau Katrin Lesser Eigentümer und Betreiber von Tautes Heim und hatte u.a. im Oktober 2025 die Tagung zu 100 Jahren Hufeisensiedlung organisiert.


Weiteres Programm zum Thema als PDF

VHS Neukölln

Schloss Britz

Alt-Britz 81–89
Berlin, 12359 Germany

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